Vesperkirche to go - Positives Fazit der Veranstalter

„Vesperkirche to go“ während Corona ohne persönliche Kontakte: Veranstalter zogen zum Abschluss dennoch ein positives Fazit

Die Ware ist geliefert, gleich kann die Ausgabe der Essen erfolgen. Fotos: Fritz

08.02.2021 05:30, Von Rudi Fritz

4288 Essen zu einem Preis von je einem Euro wurden in den letzten 22 Tagen an den drei Stationen Lutherkirche, evangelisches Jugendhaus Stadtmitte und Stephanushaus ausgegeben. Auch ohne die persönlichen Kontakte beim in Nicht-Pandemie-Zeiten sonst üblichen gemeinsamen Mittagsmahl war die 13. Auflage der Nürtinger Vesperkirche erneut ein voller Erfolg.

NÜRTINGEN. So bot die Vesperkirche wieder vielen Menschen die Möglichkeit. sich ein warmes Essen leisten zu können. Zum Abschluss gab es gestern den traditionellen Gottesdienst in der Lutherkirche, der musikalisch von der Organistin Manuela Häberle gestaltet wurde.
Das Warten wurde musikalisch verkürzt.
Das Warten wurde musikalisch verkürzt.

Pfarrer Paul Bosler wählte dazu aus Lukas 8 die Verse 4 bis 8 als Predigttext. Er zog Parallelen zwischen einem palästinensischen Bauern, der sein Feld bestellt, und Gott. Beim Säen und bei den Menschen habe man oft mit Problemen, die sich auftun, zu kämpfen. „Gott kommt als Sämann zu uns Menschen“, erklärte der Pfarrer, dass Gott die Welt zwar in der Hand habe, sie aber nicht festhalte.

Die Menschen seien aber nicht nur der Acker, sondern gleichzeitig selber auch Säleute, die mit allem was sie tun und lassen Einfluss auf ihre Freunde und Nachbarn hätten. Das sei während der drei Wochen der Vesperkirche leider nicht in der gewohnten Form möglich gewesen.

Bosler dankte allen ehren- und hauptamtlichen Vesperkirche-Helfern für ihren Einsatz. Am Stammsitz der Vesperkirche, der Lutherkirche, waren Vesperkirchengesamtleiterin Eva Handke und Mesner Markus Wagner die Hauptverantwortlichen. Im Roßdorf sorgten die Ehrenamtlichen Elsbeth und Jürgen Haußmann, Wolfgang Fietkau und Günther Groß für einen reibungslosen Ablauf der täglichen Essensausgabe. Im Jugendhaus Stadtmitte organisierten Reinhart Majer, Klaus Hauber und Angelika Rieger die tägliche Ausgabe des Mittagsmahls. Rieger bot den Besuchern als Extraangebot noch einen kostenlosen Flickservice für Kleidung an.

Insgesamt sorgten 50 Helfer für die unkomplizierte Essenausgabe. Bereits eine Viertelstunde vor dem Beginn der Ausgabe der letzten Essen der Nürtinger Vesperkirche 2021 bildeten sich Schlangen an allen drei Standorten. An der Lutherkirche ging die rund 40 Menschen umfassende Warteschlange bis in die Ersbergstraße. Damit die Warterei jedoch nicht zu eintönig wird, verkürzte diese täglich der Trompeter Gerhard Fiedler musikalisch vor dem Eingang zum Lutherhof. Dort konnte man sich auch mit Futter und Utensilien für Tiere am Stand der Tierrettung Mittlerer Neckar eindecken (wir berichteten).

„Ich war optimistisch und habe heute 250 Essen bestellt“, konstatierte die neue Leiterin der Vesperkirche, Evi Handke. Die gestern von der Metzgerei Zänglein gelieferten schwäbischen Essensangebote Sauerbraten mit Spätzle und Blaukraut oder als vegetarisches Gericht Kässpätzle fanden dann auch reißenden Absatz.

Handke sprach von einem unspektakulären Ablauf der 22-tägigen 13. Auflage der wieder aus Spenden finanzierten Nürtinger Vesperkirche. Der persönliche Kontakt, den viele Gäste bei der Vesperkirche suchen, habe bei der „Vesperkirche to go“ aufgrund der Pandemie leider nicht stattfinden können. „Es ging dieses Jahr halt nur so. Ich bin aber trotzdem froh, dass wir es im Rahmen dieser Möglichkeiten sehr gut durchgezogen haben“, lautet das positive Abschlussresümee der Diakonin.

Für 2022 hoffen Handke und Mitstreiter, dass man die Vesperkirche wieder im gewohnten Rahmen unter dem bewährten Motto „Gemeinsam an einem Tisch“ veranstalten kann und im Lutherhof wieder der Klang des Klapperns von Geschirr und Besteck und fröhlicher Unterhaltungen der Menschen Einzug halten.