Mitgliederversammlung Diakonieverein

Ein gutes Jahr liegt hinter dem Diakonieverein der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Nürtingen

Gutes Jahr für Diakonieverein

Ein gutes Jahr liegt hinter dem Diakonieverein der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Nürtingen. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Vereins in den Räumen der Diakoniestation Nürtingen, bestätigten dies der Vorsitzende, Dekan Michael Waldmann, sowie Rechner Jörg Bauknecht.
Zum einen gelang es, die durch Wegzug vakant gewordene Stelle der Koodinatorin wieder zu besetzen. Bereits seit September letzten Jahres hat Dr. Diane Trost  die Funktion übernommen. „Sie zu finden war unsere wichtigste und entscheidendste Aufgabe im vergangenen Jahr“, betonte Waldmann.
Sorgen bereitet dem Vereinsvorsitzenden allerdings die immer weiter sinkende Mitgliederzahl. „ 212 ist zwar noch eine relativ große Zahl; gut wäre es aber, wenn wir diese wieder erhöhen oder zumindest konstant halten könnten“, wünschte sich Waldmann.
Ein Schritt in diese Richtung war die Schaffung der Koordinatorenstelle vor 3 Jahren. Dr. Trost berichtete von den verschiedenen Aktivitäten, die sie als Nachfolgerin von Birgit von Brockdorff nun fortführt. Regelmäßige Kaffeenachmittage in den Räumen des Evangelischen Jugendhauses bieten unterschiedliche Programmschwerpunkte. Der nächste Kaffeenachmittag ist am 18.Juni und widmet sich dem Thema „Schöpfung“. Am 16.Juli lädt der Diakonieverein zum jährlichen begleiteten Ausflug ein. Diesmal ist das Ziel die Kugelmühle in Neidlingen. In der Vorweihnachtszeit folgen dann die Adventsnachmittage in verschiedenen Einrichtungen.
Die Mitglieder forderte Trost auf, die Angebote rege zu nutzen und dafür zu werben.
Erfreuliches wusste Rechner Jörg Bauknecht über die Vereinsfinanzen zu sagen. Danke einer Spende und geringerer Ausgaben als erwartet, musste der Diakonieverein 2018 nicht, wie erwartet, in die Sparschatulle greifen. Im Gegenteil: Zum Jahresende blieb sogar ein vierstelliger Betrag, der aufs Rücklagenkonto gelegt wurde.
Schließlich berichtete der Geschäftsführer der Diakoniestation Jochen Schnizler über die Entwicklung der Station im vergangenen Jahr. Die 134 angestellten und 15 ehrenamtlichen Mitarbeiter versorgten 2018 über 1000 Klienten. Sie waren dabei fast 200 000 mal in Nürtingen und Wolfschlugen zum Hausbesuch unterwegs, rund 20 000 mal mehr als im Jahr davor. „Das waren im Durchschnitt 531 Einsätze am Tag“, so Schnizler.  Erstmals sei die 3 Millionen Euromarke beim Umsatz dabei überschritten worden.
Im dritten Jahr in Folge wuchs damit die Nachfrage nach den Diensten der Diakoniestation so stark an. „Die Herausforderung ist es, immer genügend qualifiziertes Personal für den steigenden Bedarf zu finden“, erklärte Schnizler weiter. Die Art der Versorgung habe sich in den letzten Jahren sehr verändert, so der Geschäftsführer. „Die Menschen werden früher aus dem Krankenhaus entlassen. Für uns bedeutet das oft eine aufwändigere Versorgung. Die Diakonie-Mitarbeiterschaft  müsse sich deshalb auch ständig weiterbilden, „was von den Krankenkassen nicht finanziert wird“.
Deshalb ist Schnizler froh, dass die Spenden der Krankenpflegevereine, wie auch des Nürtinger Diakonievereins, helfen, diese Zusatzkosten zu finanzieren.
Auch die „Minute mehr“, die die Mitarbeiter für ihre Klienten haben, würden so möglich gemacht. „Pflege ohne Zuwendung wäre eine schlechte Pflege. Die Politik hat noch nicht verstanden, dass das nicht zu trennen ist“, bedauerte Schnizler, „Trösten, Zuhören und Hoffnung machen gehören genau so zur Versorgung, wie eine gute Pflege“.
Einen interessanten Blick in 150 Jahre Firmen- und damit auch Familiengeschichte Hauber bot der Gastvortrag von Walter Michael Leuthe, Nachkomme des Firmengründers Ferdinand Hauber. Von zahlreichen historischen Fotos begleitet, schilderte er den Weg von der ersten Strickmaschine im Jahr 1870 bis zum heutigen Mode-Label von Weltrang , „Luisa Cerano“ . Hinzu kam ab 1970 die Sparte der orthopädischen und medizinischen Produkte, die die Hauber-Group mit ihrem Firmenzweig „Sporlastic“ herstellt. Für viele der Mitglieder des Diakonievereins wurden damit Erinnerungen aus Kindheit und Jugend geweckt als Nürtingen noch ein Zentrum der Textilproduktion war. Heute ist  „Luisa Cerano“ das einzige noch in Nürtingen verbliebende Textilunternehmen.