Feierliche Eröffnung des neuen Martin-Luther-Hofs in Nürtingen

Feierliche Eröffnung des neu gestalteten Gebäudes – Kita mit Platz für 60 Kinder

Von links: Daniel Gerlich, Ulrike Kudlich, Michael Waldmann, Barbara Brückner-Walter, Jürgen Knodel, Dr. Johannes Fridrich, Andrea Dreizler und Ralf Pimiskern Foto: Fritz

11.11.2019 Von Rudi Fritz

Der neu konzipierte Martin-Luther-Hof und die sanierte Lutherkirche stehen für die Gemeinsamkeit der Lutherkirchengemeinde, der Stiftung Tragwerk mit der Kindertagesstätte, der Erziehungshilfestelle, Ambulanter Hilfe für junge Menschen und dem Bezirkssozialdienst des Landkreises. Das wurde bei der gestrigen Einweihung des runderneuerten Gebäudes deutlich.

NÜRTINGEN. Hausmeister Markus Wagner konnte gar nicht so viele Stühle heranschaffen, damit alle 400 Besucher einen Sitzplatz zum Festgottesdienst anlässlich der Einweihung des Martin-Luther-Hofs fanden. Nach dem Orgelspiel von Manuela Häberle begrüßte Pfarrerin Barbara Brückner-Walter Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kirche. Der Posaunenchor Nürtingen, unter der Leitung von Tobias Wennagel, sorgte für einen weiteren musikalischen Farbtupfer des Gottesdienstes.

„Ihr seid das Salz der Erde“ lautete der Leitsatz der Predigt. „Die Lutherkirche bleibt die geistige Mitte des Martin-Luther-Hofs, in dem unterschiedliche Menschen ein und ausgehen werden“, freute sich die Hausherrin, dass das Gebäude nach dem Abriss, Aufbau, Neubau und der Sanierung (wir berichteten) ausgerechnet am Geburtstags des Namensgebers Martin Luther wieder eingeweiht wird.

Zusammenkommen bei der Vesperkirche

„Während der dreiwöchigen Vesperkirche kommen in der Lutherkirche wieder Menschen zusammen, die anderweitig nicht oft an einem Tisch beieinander sitzen“, ist Brückner-Walter froh über die Wiedereröffnung der sanierten Begegnungsstätte. Beim anschließenden Fürbitten trugen Marion Autenrieth (Kindertagesstätte), Alex Benz (Erziehungshilfe), Dietrich von Eigen (Ambulante Hilfen), Elisabeth Köhler (Sozialer Dienst), Maya Zieske (Kinderkirche), Micheline Leprêtre (Senioren) und Ellen Gneiting (Gesamtkirchengemeinde) ihre Fürbitten für den in neuem Glanz erstrahlenden Martin-Luther-Hof vor. Die Kirchengemeinderatsvorsitzende der Lutherkirche, Ulrike Kudlich, moderierte den zweiten Teil: „567 Tage sind während der Umbauphase vergangen“, bedankte sich Kudlich bei allen am Bau Beteiligten.

„Hier hat eine Gemeinschaftsleistung stattgefunden, die vorbildlichen Charakter hat“, blickte Dekan Michael Waldmann auf das gelungene Gesamtprojekt, das Dank Spenden, ehrenamtlicher Eigenarbeit und Zuschüssen der Kirche, der Stadt und des Landes realisiert wurde. „Wir wollten, dass es weiterhin eine Kirche in der Kirchheimer Vorstadt gibt“, sieht Waldmann den Schwerpunkt der Lutherkirche in den Bereichen Diakonie und Vesperkirche. „Ohne die treibenden Kräfte, die Kirchengemeinderatsmitglieder Ellen Gneiting und Jörg Bauknecht, gebe es den Martin-Luther-Hof in dieser Form nicht“, betonte der Dekan.

Andrea Dreizler und Jürgen Knodel sprachen im Namen des Vorstandes der Stiftung Tragwerk von einem transparenten Bau mit hellen und großzügigen Räumen. Alle Beteiligten hätten während der Bauzeit Kompromisse erarbeitet, sodass ein lösungsorientiertes Haus entstanden sei. „Es wird ein gutes gemeinsames Miteinander im Martin-Luther-Hof geben“, ist Daniel Gerlich, Leiter des Amtes Soziale Dienste und psychologische Beratung beim Esslinger Landratsamt, überzeugt. „Am Martin-Luther-Hof gibt es jetzt einen Platz für viele Kinder, die hier die Welt erkunden können“, freute sich Oberbürgermeister Dr. Johannes Fridrich über die 1000 Quadratmeter neu geschaffene Spielfläche für 60 Kinder. Er sprach von einem Vorzeigeprojekt, das als erste Kirche in Nürtingen eine Kindertagesstätte beinhalte. „Eine gute Zukunftsperspektive zu schaffen ist meine erste Aufgabe als Bürgermeister“, betonte der OB.

Das Untergeschoss sei aus Recyclingbeton hergestellt worden und das Obergeschoss, Fassade und Böden aus Holz entstanden, verwies Architekt Ralf Pimiskern vom Büro Bankwitz auf die ökologische Bauweise des Martin-Luther-Hofs. „Elf Millionen Tonnen CO2 seien dadurch gegenüber einer konventionellen Bauweise eingespart worden“, rechnete Pimiskern hoch. Pfarrerin Barbara Brückner-Walter bedankte sich bei den Mitgliedern des Bauausschusses Günther Nobis, Ulrike Kudlich, Martin Hauber, Günter Früh, Henoch Korff, Gerhard Ackermann, Markus Wagner, Ellen Gneiting und Jörg Bauknecht für ihr großes Engagement mit einem symbolischen Stück Seife, das von der Last der Bauzeit reinwaschen soll. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, Musik von Rolf Most und Thomas Meyer und der Percussion-Gruppe Rastakunda, ging die Einweihungsfeier mit einem illustren Programm weiter: Die Erwachsenen hatten bei Führungen die Gelegenheit die schönen neuen Räume zu besichtigen und für die Kinder gab es ein abwechslungsreiches Kinderprogramm mit Basteln, Kinderschminken und Clownauftritt. Im Melanchthonsaal wurden Bilder von Veranstaltungen der Lutherkirche gezeigt, wo die gelungene Einweihungsfeier bei Kaffee und Kuchen ausklang.