Große Freude über zusätzliche Polster

Licht der Hoffnung: Zum Abschluss der Aktion haben die Verantwortlichen der sechs Projekte die Spendengelder erhalten

Verlegerin Monika Krichenbauer (links), Redaktionsleiterin Anneliese Lieb (rechts), Christian Fritsche von der Verlags-Geschäftsführung (Zweiter von rechts) und Redakteur Lutz Selle (Zweiter von links) mit den Verantwortlichen der sechs Projekte, die mit den Spendengeldern von „Licht der Hoffnung“ unterstützt werden. Foto: Petra Haußmann

18.04.2019, Von Lutz Selle

Lauter freudestrahlende Gesichter hat es jetzt im Stadtbüro der Nürtinger Zeitung am Obertor gegeben. Dort wurden die gesammelten Spendengelder an die Vertreter der sechs sozialen Projekte verteilt, die durch unsere Aktion „Licht der Hoffnung“ unterstützt werden. Und für alle Projekte kamen am Ende größere Summen zusammen als gewünscht und erhofft.


NÜRTINGEN. Eine Gesamtspendensumme in Höhe von 126 419 Euro ist in der 28. Saison der Weihnachtsaktion der Nürtinger und Wendlinger Zeitung zusammengekommen. Nur einmal in der bisher 28-jährigen Geschichte von „Licht der Hoffnung“ ist das Ergebnis noch besser ausgefallen – im Jahr 2008 mit 127 775 Euro. Daher war schon vor der Übergabe der Spendengelder an die sechs ausgewählten sozialen Projekte klar, dass es bei allen nicht nur für die im vergangenen Sommer genannten jeweiligen Wunschsummen reichen würde, sondern überall noch ein Betrag on top dazukommt.

„Sie alle werden etwas mehr bekommen, als Sie beantragt haben“, kündigte Christian Fritsche von der Geschäftsführung des Senner-Verlags bei der feierlichen Übergabe der Spendengelder an. Die Spendengelder, die über das Gewünschte hinausgingen, habe das Organisationsteam von Licht der Hoffnung „ehrlich und brüderlich“ auf alle sechs Projekte aufgeteilt. Bei dieser Gelegenheit dankte Fritsche noch einmal allen Spenderinnen und Spendern, darunter auch viele Firmen und Unternehmen, die seit Jahren treu die gute Sache unterstützen.

„Wir sind begeistert“, sagte Andreas Schlegel von der Samariterstiftung, die das Bürgerhaus Krone in Oberensingen mit den Spendengeldern noch weiter ausstatten möchte, um die Einrichtung noch vielfältiger für die Bürgerinnen und Bürger nutzbar machen zu können. „Wir wissen auf jeden Fall etwas mit dem Betrag anzufangen, der darüber hinausgeht. Wir haben noch immer einen großen Bedarf“, so Schlegel.

„Das ist noch mehr als wir uns je erträumt haben“, schwärmte Pfarrer Markus Frank von der evangelischen Versöhnungskirche in der Nürtinger Braike, als er von dem Spendenbetrag erfuhr. Auch Jugendreferent Thomas Volle freute sich „riesig über den großen Betrag“. Der Umbau des Gemeindezentrums zum Zentrum für Jugendarbeit und interreligiösen Dialog wurde bereits eingeleitet. Im Kirchenraum wird schon bald eine Theke eingebaut, wobei die Jugendlichen selbst mit anpacken werden. Die ersten Arbeitseinsätze stehen dafür bereits an. Auch für die Lichttechnik und eine neue Bestuhlung wurden schon die Möglichkeiten ausgelotet. „In den nächsten Wochen werden wir uns bezüglich Form und Farbe der Stühle festlegen“, sagt Thomas Volle. Ziel ist es, dass sich auch junge Menschen im Kirchenraum richtig wohl fühlen sollen. Der Raum könne dann künftig auch von anderen Kulturtreibenden genutzt werden, so Pfarrer Frank. „Wir vermieten den Raum gerne für Veranstaltungen – auch für Geburtstagsfeiern.“

Für Veranstaltungen wie Festivals und Festivitäten zur Verfügung stehen soll in einem Jahr auch der Bühnenbauwagen aus dem Jahr 1963, der in den vergangenen zwei Jahren ungenutzt auf dem Gelände des Trägervereins Freies Kinderhaus an der Plochinger Straße stand, da er nicht mehr verkehrstüchtig war. Die Jugendwerkstatt wird das Gefährt nun wieder komplett herrichten. „Am 1. Mai geht es los“, kündigt Ralf Kuder von der Jugendwerkstatt an. Zunächst will er den Wagen bis auf das Chassis zurückbauen und komplett entkernen. „Dann sieht man erst, was alles gemacht werden muss.“

Bühnenbauwagen bekommt nun sogar eine Solaranlage aufs Dach

Einen Holzdielenboden hat er bereits bekommen. Den habe ihm ein Herr von einem Abrisshaus angeboten. Ansonsten motiviere es das Jugendwerkstatt-Team ungemein, dass nun das für die Reparaturen notwendige Material durch die Spendengelder gekauft werden kann, verriet Julia Rieger vom Trägerverein. „Das wird die Kosten decken.“ Nun ergebe sich eventuell sogar noch die Chance für eine Solaranlage auf dem Dach.

Maria Neuscheler, Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle in Nürtingen, freut sich „ganz arg“ über den unerwartet hohen Geldbetrag zur Einrichtung der von der Diakonie bereitgestellten Wohnung für Schwangere in Notlagen. „Das können wir gut gebrauchen.“ Denn inzwischen ist bereits eine junge schwangere Frau in die Räume eingezogen. „Jetzt können wir in Ruhe schauen, was sie alles noch braucht“, zum Beispiel Vorhänge oder einen Esstisch.

Erna Hammer vom Initiativkreis El Laurel der katholischen Kirchengemeinde Nürtingen, der sich der Betreuung und Schulbildung von Kindern und Waisen in Ecuador widmet, ist ebenfalls überglücklich: „Wenn wir ein Polster haben, ist es ganz anders, als wenn wir gerade so über die Runden kommen. Kinder gibt es in El Laurel jede Menge.“ Momentan gebe es vor Ort sowieso zusätzliche Probleme durch den Klimawandel. „Es regnet zu viel. Die Reisernte ist kaputt und es gibt viele Erkrankungen. Die Ambulanz ist überfüllt.“ Sie wolle direkt eine Mail nach Ecuador senden, „dass bald das Geld kommt“, kündigte Erna Hammer an.

Nicht mit der nun erreichten Summe gerechnet haben auch Ingrid Okafor und Monika Unseld-Eisele, die Vorsitzenden vom Verein Ekuthuleni-Projekte. „Ein Traum wird wahr. Das wir noch mehrere Tausend Euro draufbekommen, ist der Wahnsinn und gibt uns einen Puffer für die Kosten von Steuer und Versicherung“, sagt Ingrid Okafor. Nun stehe dem Kauf eines Fahrzeugs bei einem Fachhändler in Simbabwe für die von der früheren Nürtingerin Helga Landsmann organisierte Schreinerausbildung nichts mehr im Wege. Die gefertigten Särge und Möbel ließen sich nun einmal nicht auf einem Motorrad transportieren. „Das letzte Fahrzeug hat immerhin 15 Jahre gehalten“, stellt sie fest.

In der 29. Saison von „Licht der Hoffnung“ werden wieder mehrere soziale Projekte finanziell unterstützt. Dafür läuft bereits die Bewerbungsfrist. Wer im nächsten Winter bedacht werden möchte, sollte eine Kurzbeschreibung seines Anliegens (nicht mehr als eineinhalb DIN-A4-Seiten) unter Nennung eines groben Finanzbedarfs per Brief (nicht per E-Mail) schicken an: Nürtinger Zeitung, Licht der Hoffnung, Carl-Benz-Straße 1, 72622 Nürtingen. Bewerbungsschluss ist am 25. Juni.