Ein Fest für alle, die sonst niemanden haben

Im Kroatenhof waren Menschen eingeladen, die an Heiligabend nicht gerne alleine sind

Das ehrenamtliche Team unter Leitung von Pfarrerin Evelyn Helle (rechts) hatte für die Bewohner im Kroatenhof und ihre Gäste einen liebevoll gestalteten Heiligabend vorbereitet. der

Von Mara Sander

Ein sehr engagiertes Team ehrenamtlicher Helfer unter Leitung von Pfarrerin Evelyn Helle hat den Bewohnern vom „Kroatenhof“ und Gästen einen liebevoll gestalteten Heiligabend beschert.

NÜRTINGEN. Die Idee zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier am Heiligen Abend im „Kroatenhof“, einer altersgerechten, betreuten Wohnanlage in unmittelbarer Nähe vom historischen Zentrum Nürtingens erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit. Eingeladen dazu werden jeweils alle, die an diesem Abend nicht gern allein sein wollen. Abwechselnd mit der katholischen Kirche als Veranstalter in ihrem Gemeindehaus findet diese besondere Weihnachtsfeier alle zwei Jahre im „Kroatenhof“ statt.

Gemeinsam mit Bewohnern und Gästen wird dann bei einem festlichen Menü, Weihnachtsliedern, -geschichten und -gedichten gefeiert. Den liebevoll gestalteten Abend bereitet ein Team von ehrenamtlichen Helfern unter Leitung von Pfarrerin Evelyn Helle zu. Sie ist seitens der evangelischen Landeskirche zuständig für Alten- und Pflegeheimseelsorge in Nürtingen und im Bezirk außerdem in Seniorenheimen in Großbettlingen und Beuren.

Der „Kroatenhof“ als Wohnanlage engagiert sich bürgerschaftlich und ist im Gemeinwesen Nürtingen aktiv vernetzt. Darum ist es selbstverständlich, dass außer Angehörigen der Bewohner auch Gäste eingeladen sind mitzufeiern und am Heiligen Abend nicht einsam zu sein.

Möglich machen das Ehrenamtliche, die dafür selbst auf die eigene Feier verzichten und die Teilnehmer liebevoll betreuen. Dazu bedarf es intensiver Vorbereitung von Dekoration bis Kochen. Allein drei Frauen haben jeweils drei Sorten „Gutsle“, mindestens je 100 Stück, gebacken und in Beutel verpackt als Geschenk für jeden Teilnehmer zum Abschluss des Abends.

Selbstverständlich standen auch während des Abends die süßen Knabbereien auf den Tischen und wurden gerne probiert zwischen Vorspeisenteller, Hauptgericht und Dessert und auch noch danach. „Ich kann jetzt nichts mehr essen, das war zu viel, aber sehr schön“, so und ähnlich äußerten sich manche Teilnehmer und freuten sich darum auch über die Gutsle zum Mitnehmen für die Feiertage. „Selbst backen schaffe ich nicht mehr, aber verzichten muss ich jetzt trotzdem nicht darauf“, so eine Bewohnerin.

Die Teilnehmer des Abends unterhielten sich teilweise angeregt über alle möglichen Themen von früheren Zeiten ebenso wie aktuelle Fragen, beteiligten sich am Weihnachtsquiz, lauschten den Geschichten und Gedichten und sangen die Lieder mit. „Schön war’s“, brachte es ein Bewohner auf den Punkt.